Werter Herr

Ihr gabt der Freundin das Geschenk,
jenes, dessen eingedenk
ich diese Zeilen Euch verfasse,
welche Eure edle Rasse
alleine nur ihr eigen nennt,
das nicht Vernunft noch Busse kennt,
aus Lust und Ewigkeit einzig besteht
und welches kaum ein Mensch versteht.

Ihr besitzt diesen wertvollen Schatz,
der allein Euch Euren Platz
inmitten der Titanen schuf.
Und ob auch Euer dunkler Ruf
nicht mir, sondern der Freundin galt,
vernahm ich ihn doch auch schon bald.

Es begann mich zu Euch hin zu ziehn,
da jener funkelnde Rubin,
jenes Mal ewiger Lust,
ihr leuchtete auf Hals und Brust.
Ihr habt mit roten Perlen sie geschmückt,
sie auf das rote Meer geschickt,
habt ihr Dunkel angefacht,
zu Euresgleichen sie gemacht.

Ich wünschte, dass noch diese Stunde
dies Geschenk aus Eurem Munde
auch auf meinem Hals erblühe,
dass ich in Eurem Rot verglühe!

Und beschliesst Ihr, mein Fleisch zu weihn,
mit Freude will ich Knecht euch sein,
einzig unter Eurer Gnade und Gier,
gleich in welcher Form sie mir
immer auch begegnen mag.
Was birgt mir noch der lichte Tag,
kann ich auf Euren Schwingen fliegen?
In Lust will ich den Tod besiegen!

Dies schreibe ich, Sklavin, nicht Dame,
und's ist meines Meisters Name,
so wie immer es schon war,
einzig der Eure, Dracula.

Wilhelmina Harker

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