Kalendersprüche

Hast du den Fuss, brauchst du den Strumpf.
Hast du den Strumpf, brauchst du den Schuh.
Hast du den Schuh, brauchst du den Weg.
Hast du den Weg, brauchst du das Ziel.
Das Leben wäre einfacher ohne Füsse.



An dem Tag, da die Symbole unseres Glaubens
von selbst in der Welt zu wachsen beginnen,
werden wir sicher sein können, dass er ihren Segen hat.



Dass aber der Körper der Frau ein Tempel ist,
vergessen wir wieder und wieder
und enden so verblendet als ungläubige Pilger
kniend vor uns kaum heilig scheinenden Altären.



Das Wasser des Jungbrunnens entströmt der Lethe,
dem Fluss des Vergessens.
Und so finden wir darin nicht die Jugend,
sonder vielmehr das selige Vergessen unseres Alters.



Die Hoffnung hält das Karussell unserer Vorstellung in Gang,
wo wir uns niederlassen auf Wünschen verschiedenster Form,
um die Endlichkeit unseres Lebens damit zu verbringen,
an sie geklammert im Kreise zu fahren.



In den Bäuchen alter Männer tost trunkener Faunen Gelächter,
das ihr Erinnern zu schillernden Bühnen macht,
welche von den Sperrsitzen der Jugend kaum nur einzusehen sind.



Im Glauben der alten Berberstämme ist der Nabel des Menschen
das Auge Gottes, welches ohne getäuscht werden zu können,
allzeit und ohne zu blinzeln in sein Innerstes zu schauen vermag.



Kaum etwas verrät mehr über einen Menschen, als die Art wie er ein leeres Blatt Papier auffüllt.



Wahrhaft gemalt hat einer erst in dem Augenblick,
da sein Bild die Wand an der es hängt
zu verschlucken beginnt.



So lange die Essenz des GESTERN,
in kleine Döschen gefüllt
und zu annehmbaren Preisen feilgeboten,
dem MORGEN den Rang abzulaufen vermöchte,
scheint die ZUKUNFT eine allzu verderbliche Ware.



Am Ufer deiner Selbst aber errichte, was du wünschst,
dass aus der Ferne als das Deine man erkenne.



Eine Stadt die nicht schläft, kann auch nicht träumen.



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